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Real Arnis
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Beschreibung von Real Arnis

Unter Real Arnis versteht man eine Symbiose aus verschiedenen philippinischen Kampfkünsten.
Die philippinischen Kampfkünste gehören zu den wirkungsvollsten Kampfkünsten und werden in der heutigen Zeit immer häufiger als Selbstverteidigungssysteme trainiert.
Der Vorteil dieser Kampfkünste besteht darin, dass sie von Anfang an mit Einzel- und Doppelstock sowie verschiedensten anderen Waffen, aber natürlich auch zu einem großen Teil waffenlos, praktiziert werden.
Man kann sagen, dass die Prinzipien, die mit den Waffen trainiert werden, auf den waffenlosen Kampf übertragen werden können.
Der Stil Real Arnis beinhaltet eine Vielzahl an effektiven Techniken, wie beispielsweise Panantukan, Sikaran, Dumog und viele mehr.

Nun Wissenswertes zur Entstehung und Bedeutung der philippinischen Flagge:
Die philippinische Flagge wurde 1898 von General Emilio Aguinaldo entworfen.
1919 erhielten die Philippinen die Erlaubnis, die Flagge zu hissen, zusammen mit den „Stars and Stripes“. Im Jahr 1955, als die Philippinen eine Art Commonwealth erhielten, wurde sie zur Nationalflagge. Die weiße Farbe steht für den Frieden und die Reinheit, auf die das Land aufgebaut sein soll. Das weiße Dreieck symbolisiert durch seine drei Ecken die Widerstandsbewegung der Philippinen während der spanischen Besatzungszeit, welche kurz „Katipunan“ oder „Tripple K“ (dreifaches K) genannt wurde. Die drei Ecken stehen folglich für die drei K´s. Die Sonne mit ihren acht Strahlen stellt die ersten acht Provinzen dar, die sich gegen die Spanier erhoben haben. Namentlich handelt es sich hierbei um Rizal (Manila), Bulacan, Nueva Ecija, Tarlac, Cavite, Laguna, Batangas und Pampanga. Diese Provinzen liegen alle bei Manila.
Die Sterne repräsentieren die drei großen Landesteile der Philippinen, Luzon im Norden, die Visayas in der Mitte und Mindanao im Süden der Philippinen. Die blaue Farbe steht für die Einheit des philippinischen Volkes, trotz kultureller und geographischer Unterschiede (die Philippinen bestehen aus 7107 Inseln). Die rote Farbe steht für den Willen und die Bereitschaft der Philippinos, Blut für ihr Land zu lassen. Im Kriegsfall wird die Flagge umgedreht, also mit der roten Farbe nach oben.

Die Geschichte der spanischen und amerikanischen Besatzungszeit auf den Philippinen

Schon im Jahr 1521 versuchte der, unter spanischer Flagge segelnde, portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan die Philippinen zu erobern. Er verließ Spanien am 10.09.1519 und segelte mit fünf Schiffen in Richtung Westen. Nach 18 Monaten erreichte Magellan mit seiner halbverhungerten Crew die Philippinen. Er wurde von verschiedenen Eingeborenenstämmen freundlich empfangen und mit Verpflegung versorgt.
Auf Cebu wurde Magellan ebenfalls willkommen geheißen, woraufhin er sich mit dem dortigen Häuptling Humabon, mit dem er sogar Blutsbrüderschaft schloss, befreundete. Humabon hatte Schwierigkeiten mit Lapu-Lapu, einem seiner Vasallen. Magellan wollte seinem Freund mit der Kampfkraft der Spanier imponieren und beschloss daher, nach Mactan zu segeln, einer Cebu vorgelagerten Insel, auf der Lapu-Lapu regierte, mit dem Ziel ihn zu unterwerfen.

Dort wurden die Spanier aber schon im knietiefen Wasser angegriffen, sodass sie sich in ihren schweren Rüstungen kaum bewegen bzw. wehren konnten. Die leichtbekleideten Philippinos griffen die Spanier mit Speeren, Pfeil und Bogen und mit feuergehärteten Stöcken an und besiegten sie entscheidend. Lapu-Lapu soll in dieser Schlacht Magellan mit dem Kampilan, einem speziellen Schwert der Philippinos, erschlagen haben. Lapu-Lapu gilt seither als der erste Großmeister des Arnis, welches damals noch Pangamut hieß. Nur ein Schiff der Spanier kehrte am 6.9.1522 wieder nach Spanien zurück und vollendete damit eine für die Menschheit historische Reise, die erste anerkannte Umsegelung der Welt. Drei weitere Eroberungsversuche scheiterten, wobei Roi Lope de Villalobos, der im Jahre 1543 die Philippinen erreichte, die Inselgruppe zu Ehren von Prinz Philip, dem späteren König Philip II., „Filipina“ nannte.
Dieser König Philip II. stattete Miguel Lopez de Legazpi mit fünf Schiffen aus und schickte ihn 1559 auf eine Expedition zum philippinischen Archipel, welchen Legazpi am 21.11.1564 erreichte. Durch umsichtiges und faires Handeln den Eingeborenen gegenüber konnte Legazpi sich ihr Vertrauen sichern und sie zum katholischen Glauben bekehren. Durch diese missionarische Tätigkeit brachte Legazpi nach und nach die Zentralphilippinen und die nördlichen Inseln unter seinen Einfluss und damit unter spanische Herrschaft. Dadurch verdrängte er die Moslems, die schon seit ca.150 Jahren den Islam zur Hauptreligion im Süden der Philippinen gemacht hatten, aus ihrem Sultanat „Maynila“, dem späteren Manila. Doch bis heute konnte der Süden der Philippinen, Mindanao, weder von Legazpi zu seiner Zeit noch von späteren Kolonialmächten unterworfen werden.
Das lag unter anderem an dem religiösen Wahn und der Kenntnis der philippinischen Kampfkünste, mit denen die Moros (Moslems) ihre Widersacher terrorisierten. In den von ihnen kontrollierten Gebieten fanden die Spanier erstmals Gefallen an den Kampfkünsten der Philippinos, die ursprünglich nur von Königen und Fürsten ausgeübt wurden, zur Zeit der spanischen Besatzung allerdings schon weit verbreitet waren. Bald aber erkannten die Spanier die Gefahr, die ihnen von den Kampfkünsten drohte, und so begannen sie schon im Jahr 1596 Arnis unpopulär zu machen und verboten es 1764 ganz.

Offizielle Begründung war, dass die Philippinos nur noch trainieren und ihre Felder nicht mehr bestellen würden. Es kann aber vermutet werden, dass es den Spaniern zu gefährlich wurde, in jedem Philippino einen trainierten Schwertkämpfer vor sich zu haben. Arnis wurde im Verborgenen weiter trainiert, die Techniken des Kampfes wurden in Tanzbewegungen (die Tänze hießen „moro-moro“, „sayaw“ oder „sinulog“) versteckt, sodass die Philippinos immer dann, wenn sie für die Spanier auf Fiestas tanzen sollten, vor den Augen ihrer Besatzer ihre Kampfkunst ausübten, ohne dass die Spanier etwas davon ahnten. Gleichzeitig mit dem Verbot des Arnis wurden auch die Bücher der Philippinos verbrannt. Die Spanier versuchten damit das philippinische Alphabet und die philippinische Kultur zu zerstören. Die Philippinos nähten daraufhin die Buchstaben ihres Alphabets als Verzierungen auf ihre Kostüme. Auf diese Weise konnte ein Teil der philippinischen Schriftkultur ebenfalls überleben.
Ende des 19. Jahrhunderts regte sich auf den Philippinen Widerstand gegen die jahrhundertelange Besatzung der Spanier und es formte sich eine Widerstandsbewegung unter Mitwirkung von Dr. Jose Rizal und unter Führung von Andres Bonifacio. Die Widerstandsbewegung hatte die Revolution als Befreiung von der spanischen Fremdherrschaft zum Ziel und hieß kurz „Katipunan“ oder „Tripple K“. 1896 hatte die Katipunan schon ca. 100.000 bis 200.000 Mitglieder. Nicht zuletzt durch die Kenntnis der philippinischen Kampfkünste konnten die Philippinos den Spaniern während der Revolution schwere Verluste beibringen. Durch den Untergang des auf Kuba stationierten amerikanischen Kriegsschiffes „Maine“ im Jahre 1898, welcher den Spaniern angelastet wurde, und im Zuge dessen 246 Männer starben, kam es zum spanisch-amerikanischen Krieg. Die Amerikaner verbündeten sich mit der Katipunan und besiegten die Spanier auf den Philippinen schnell.
Weil den Philippinos von den Amerikanern die Unabhängigkeit versprochen worden war, erklärten sie die Philippinen am 23.01.1899 zur Republik. Die Amerikaner indessen ignorierten die Vorgänge, da sie die Philippinen von den im Krieg unterlegenen Spaniern mit Abschluss des Vertrags von Paris am 10.12.1898 zum Preis von 20.000.000 US-Dollar gekauft hatten. Die Amerikaner erklärten ihre Herrschaft über die Philippinen, ohne deren Selbstständigkeit anzuerkennen. So begann am 04.02.1899 die philippinische Revolte gegen die Amerikaner. Dieser Krieg dauerte vier Jahre, da die Amerikaner die Kampfkraft der Philippinos unterschätzten.
Besonders in Mindanao, wo sich die Philippinos seit jeher gegen die Fremdherrschaft anderer Mächte aufgelehnt hatten, bekamen die Amerikaner ihren Kampfeswillen zu spüren.
Ein Moslem, der einen „Juramentado“, einen Amoklauf, antrat, rasierte sich den Schädel kahl und band sich ein rotes Stirnband um den Kopf. Dieses rote Stirnband war Personen vorbehalten, die schon mehrere (sieben) Gegner erschlagen hatten. Anschließend umwickelte er seine Hoden mit einem nassen Stück Leder. Das Trocknen und Zusammenziehen des Leders verursachte solche Schmerzen, dass er mit seinem Schwert amoklaufend alles niedermetzelte, was sich ihm in den Weg stellte, bis er selbst getötet wurde. Die amerikanische Spezialeinheit „Ledernacken“ hat ihren Namen durch ein Stück Leder bekommen, das sich die Soldaten dieser Einheit auf ihren Patrouillen durch den philippinischen Dschungel zum Schutz gegen Giftpfeile und Schwertangriffe der Philippinos in den Nacken banden.
Nach vier Jahren Krieg waren jedoch (bis auf die Moros) die letzten aufständischen Philippinos besiegt, und so normalisierte sich das Leben ab 1902 wieder. Das änderte sich erst wieder, als die Japaner die Philippinen zehn Stunden nach Pearl Harbour angriffen, und nun die Philippinos gemeinsam mit den Amerikanern gegen die Japaner kämpften. Im Dschungelkampf fiel den im Umgang mit Messern und Macheten perfekten Philippinos besondere Bedeutung zu, denn sie fügten den Japanern dort schwere Verluste zu. Die Guerilla Patrouillen bewegten sich immer in einer Dreiecksformation durch den Dschungel. Der beste Mann war an der Spitze, um einen eventuellen Angriff abzuwehren und den Angreifer kampfunfähig zu machen, während die beiden hinteren Männer mit der Aufgabe betraut waren, den Feind auszuschalten.
Nach dem 2. Weltkrieg und der Erklärung der Unabhängigkeit der philippinischen Republik am 04.07.1946 wollten die Philippinos die Zeit des Krieges vergessen, und so wurde Arnis entweder gar nicht mehr oder nur noch an enge Familienmitglieder weitergegeben. Es gab von nun an keine Notwendigkeit mehr Arnis zu beherrschen, um zu überleben, und Arnis wurde zu einer sterbenden Kunst. Es ist einigen Männern wie Remy Presas oder dem Canete-Clan zu verdanken, dass Arnis wieder geübt und gelehrt wird, nun aber weniger unter dem Aspekt des Guerillakampfes, sondern mehr im Sinne der Kampfkunst und der Selbstverteidigung.

Die Entwicklung des Real Arnis

Die Real Arnis Federation wurde 2002 in Graz / Österreich bei Guro Perry Zmugg, dem Lehrbeauftragten für Österreich, gegründet. Guro Perry Zmugg ist einer der ersten Österreicher, die die philipppinischen Kampfkünste unterrichten.
Ex-Vertreter mehrerer Arnisorganisationen sowie Kampfkünstler der Stile Escrima und Kali waren unter den Gründungsmitgliedern.

Real Arnis ist eine Symbiose aus folgenden Stilen:

  • Modern Arnis
  • Pananandata Arnis
  • Lapunti Arnis
  • Combat Arnis
  • Warrior Escrima
  • Doce Pares Escrima
  • Kali
  • Silat

Diese Symbiose hat die effektivsten Techniken miteinander verbunden und ein kampforientiertes System geschaffen. Real-Arnis-Schulen sind inzwischen schon in mehreren europäischen Ländern vertreten. Der Cheftrainer der Real Arnis Federation ist Punong Guro Alfred Plath.

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